Seit 1. April 2003 betreibt die Feuerwehr Oberdolling als damals erste freiwillige Feuerwehr in der Region 10 einen First-Responder-Dienst.
Sinn und Zweck dieser Einrichtung ist es, im nähren Umkreis bei Erkrankungen und Unfällen lebensrettende und -erhaltende Maßnahmen bei Notfallpatienten einzuleiten und somit das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und Notarztes zu verkürzen. Die Helfer des First-Responders werden gleichzeitig mit dem Rettungsdienst durch die Rettungsleitstelle alarmiert und erreichen den Notfallort durchschnittlich 8-10 Minuten, oft sogar 12-20 Minuten, vor dem Rettungswagen oder Notarzt und beginnen sofort mit ihren Maßnahmen. Dieser Zeitvorteil ist bei manchen Notfällen von entscheidender Bedeutung, zum Beispiel beim Herz-Kreislauf-Stillstand. Hier treten bereits nach fünf Minuten die ersten irreversiblen Schäden am Gehirn ein und das Herz stirbt endgültig ab. Eine erfolgreiche Wiederbelebung ist dann nicht mehr möglich.
Vor dem offiziellen Beginn des First-Responder-Dienstes in Oberdolling wurden die in Oberdolling ansässigen hauptberuflichen Rettungsassistenten Florian Festner und Michael Scharpf häufig privat telefonisch verständigt, um dann innerhalb der Ortschaft bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Hilfe zu leisten. Im Sommer 2002 reifte dann bei den beiden Rettungsassistenten und beim damaligen stellvertretenden Kommandanten Michael Kolberger, der selbst ehrenamtlicher Rettungssanitäter ist, der Gedanke, diese Hilfe nach dem Vorbild mehrerer Feuerwehren im Umkreis von München und mehrerer BRK-Bereitschaften in der Region zu organisieren und damit der gesamten Oberdollinger Bevölkerung zu Teil werden zu lassen.
Nachdem sich noch weitere Feuerwehrmitglieder und drei freiwillige Frauen bereiterklärt hatten, am Dienst teilzunehmen, wurde mit dem Aufbau der Einheit innerhalb der Feuerwehr begonnen. Zuerst mussten die Genehmigungen der Gemeinde, des Rettungszweckverbandes und des bayerischen Innenministeriums eingeholt werden. Danach stellte sich das Problem, ein geeignetes Einsatzfahrzeug zu finden. Dieses Fahrzeug, ein roter AUDI 80 von 1992, spendete schließlich das ortsansässige Spezialtransportunternehmen Siegl. Das Auto wurde nun komplett in Eigenregie durch Feuerwehr in den Werkstätten der Firmen Gaul und Taschner zum Einsatzfahrzeug umgebaut. Ein Funkgerät wurde durch Norbert Fürnrieder eingebaut, Albert Gaul und Florian Festner montierten die Warnanlage mit Blaulicht und Sirene und M. Kolberger brachte eine Spezialbeklebung und die Beschriftung an. Beim Jahrtag des Isidorbundes 2003 erhielt das fertige Fahrzeug schließlich den kirchlichen Segen durch die Pfarrer Hundsdorfer und Weber.
Im Januar 2003 begann für acht Feuerwehrmänner und zwei der Frauen nun die medizinische Ausbildung. Diese 90 Stunden wurden in Oberdolling selbst unter Federführung von Alexander Mitschke von der Wasserwacht Vohburg und Manfred Lunglhofer von der Berufsfeuerwehr Ingolstadt durchgeführt. Alle 10 Teilnehmer bestanden den Lehrgang mit Bravour.
Im Frühjahr wurden nun noch zwei analoge Funkmeldeempfänger, kurz Piepser, angeschafft. Die Kosten für diese Geräte wurden vom Frauenbund Oberdolling getragen.
Am 1. April 2003 ging die First-Responder-Einheit der Feuerwehr Oberdolling mit 15 Feuerwehrmännern und -frauen nun offiziell in Dienst. In der Zeit vom 01.04.2003 bis zum 31.12.2005 war das Einsatzfahrzeug nun durchgehend ohne Unterbrechung besetzt, das heißt, es wurden ehrenamtlich in der Freizeit und unentgeltlich über 24000 Stunden Dienst gemacht. Ursprünglich war geplant, das Fahrzeug nur Werktags zwischen 19.00 Uhr und 05.00 Uhr und am Wochenende durchgehend zu besetzen. Dank dem Engagement der Mitglieder ist der Dienst jedoch von Anfang an bis heute rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, sieben Tagen die Woche und 365 Tage im Jahr zum Wohle der Bevölkerung besetzt gewesen und zur Verfügung gestanden.
Es wurden im gesamten Zeitraum etwas über 500 Einsätze gefahren. Das Einsatzgebiet umfasst die Gemeinden Oberdolling, Mindelstetten und Grossmehring jeweils mit allen Ortsteilen, den Markt Altmannstein mit allen Ortsteilen, den Markt Kösching mit alle Ortsteilen, die Ortsteile Pleiling, Oberhartheim und Unterhartheim der Stadt Vohburg und bis 2004 auch der Markt Pförring mit den Ortsteilen (dann eigener First-Responder). Ein Einsatz führte die Feuerwehr Oberdolling sogar schon bis nach Riedenburg, als sich dort ein Verkehrsunfall mit 10 Verletzten ereignet hatte und nicht schnell genug ausreichend viele Rettungsfahrzeuge zur Verfügung standen. Auch waren wir schon des Öfteren in Kösching, obwohl ja dort bekanntlich eine Rettungswache steht.
Neben dem Einsatzdienst leisten die Mitglieder der Einheit noch ehrenamtlich verschiedene Praktika in den Rettungswachen Kösching und Ingolstadt, besuchten Lehrgänge und Fortbildungen und betreuten einige Feste ( IuS-Party, Jubiläum SV Dolling, Rockpartys in der Stopfer-Halle, Feuerwehrfest in Mindelstetten, KLJB-Fest in Theissing) sanitätsdienstlich.
Finanziert wird der Dienst bis auf zwei einmalige Spenden der Gemeinden Mindelstetten und Pförring durch die Gemeinde Oberdolling und durch Spenden aus der Bevölkerung und den Organisatoren von Veranstaltungen ( Christkindlmarkt, IuS-Party).
Momentan versehen 17 Aktive den Dienst als First-Responder. Im Einzelnen sind dies: Florian Festner (RA), Michael Scharpf (RA), Marcella Scharpf (RS), Thomas Kolbinger (RS), Stefan Lintl (RDH). Michael Ernhofer (RDH), Konrad und Claudia Seidenschwarz, Helma und Florian Seidl, Albert und Andreas Gaul, Stefan Kudrass, Christoph Bauer, Stefan Olschewski, Stefan Kraus (alle Sanitätshelfer) und als Neuzugang Michaela Herzog. Um diese Dienstleistung für die Bevölkerung weiterhin in diesem Umfang aufrecht erhalten zu können und um die bereits Aktiven etwas zu entlasten, sind uns neue Mitglieder jederzeit herzlich willkommen. Interessenten können jeden Montag ab 19.00 Uhr im Feuerwehrgerätehaus einen Verantwortlichen (Mi. Scharpf, K. Seidenschwarz, Al. Gaul oder F. Festner) antreffen.
Die Mitglieder des First-Responder Oberdolling bedanken sich bei allen Unterstützern und Gönnern sowie der Gemeinde Oberdolling, und hoffen, dass diese Unterstützung weiterhin anhält, damit dieser äußerst wert- und sinnvolle Dienst am Nächsten noch möglichst lange zum Wohle der Bevölkerung bestehen bleiben kann. Auf die nächsten 1000 Tage.